März 29, 2008

Olympiaboykott Ja oder Nein?

"Das neue Jahrtausend verschwimmt in seinen Kategorien - vor allem in den moralischen - bis zur Unkenntlichkeit. So reiht sich zwischen Demokratie und Diktatur zum Beispiel seit längerem der Begriff der gelenkten Demokratie- ein Euphemismus dafür, dass man ein offensichtlich diktatorisches Regime aus Opportunitätsgründen nicht mehr so deutlich benennen mag (schließlich zählen doch wirtschaftliche Interessen) und daher eben auf schwammige Nomenklatur ausweicht. " schreibt Michael Eggert auf seinem Blog.
Der Dalai Lama längst zu einer moralischen Autorität im Westen geworden, will keinen Olympiaboykott. In Djermanistan, so wie im gesamten Westen wird heftig über einen solchen Boykott nachgedacht. Viele Bürger, die ihre Regierungen selbst gewählt haben in gelenkten Demokratien(?), wollen Olympiaboykott, gleichzeitig werden mit ihren Steuergeldern Kriege im Irak und Afghanistan geführt. Lange Zeit verstand es die Presse uns diese Kriege für etwas Gutes zu verkaufen und spätestens als die Taliban die schönen Buddhastatuen hemmungslos in die Luft gesprengt haben, waren auch Kriegsgegner überzeugt, dass da unten was getan werden müsste auch wenn es nur Bundeswehr Sanitäter sind (inzwischen ist die Bundeswehr in heftige Gefechte verwickelt). 1980 wurden die Olympischen Spiele in Moskau vom Westen boykottiert, weil sowjetische Soldaten damals schon gegen die Taliban in Afghanistan kämpften, damals hiess es man kann doch die gottesgläubigen Taliban nicht daran hindern ihre Religion auszuüben. Siehe dazu die Geschichte des Olympiaboykotts (i-Pod cast) Meine Kommentare auf dem Egoblog, haben "körperliches Unwohlsein", sowie Drohungen mit einem Leseboykott der Uribistan Daily ausgelöst. Dabei ging es mir nur um Fragen und Verwirrungen, die mir durch den Kopf schwirrten. Ich bin im Moment alleine hier in Uribistan, da Mat Gundo in Afrika verweilt um wirtschaftliche Kontakte zu knüpfen, nebst illegalen Nilpferd-und Elefantenjagden in der Serengethi, MoSlim ist in Verwahrungshaft in einem Jerusalemer Gefängnis und Murat Tchundyk ist durch seine Einweihungsreise als Bionaut in den DNS-ketten von Speiserüben angeschlagen und nicht ganz zurechnungsfähig. Von daher ist das Gesicht der UD durch mich geprägt, der Zweifel hegt an der gepachteten moralischen Instanz des "Freien Westens", der mit Kriegen, Wirtschaftssanktionen und Boykottaufrufen andere politische Syteme in die Knie zwingen möchte und "Freiheit und Demokratie" mit aller Gewalt auf dem Planeten verbreiten möchte. Ich bin ratlos.
Ich hoffe Herr Gastkemper Sie weiterhin auf unserem Blog begrüssen zu dürfen, auch wenn ich mich ungeschickt oder gar "hochmütig" in der Kommentarspalte des Egoblogs ausgedrückt habe.
Seitdem Einstein die Relativitätstheorie in die Welt gebracht hat, ist heute alles sehr relativ auf unserem Planeten geworden, darauf wollte ich hinweisen. Was ich auf gar keinen Fall wollte, das Leid der unterdrückten Tibeter zu relativieren oder gar den Dalai Lama lächerlich zu machen. Das Einzige was möglich ist, ist ein Dialog, den der Dalai Lama mit der chinesischen Führung führen möchte. Ich hoffe, dass er zustande kommt.
Ein herzlich grüssender Herrmann Finkelsteen

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Lieber Herr Finkelsteen,

Es ist jetzt schon gerade vor dreissig Jahre, jedoch möchte ich Sie erinnern an die Fußball-Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien. Nein, nicht die von 1974 in die BRD, wo Holland in dem Finale in München nicht über West-Deutschland siegen könnte (3-1, das Trauma war und ist noch immer gross; aber seit der letzten Weltmeisterschaft 2006, wiederum in Deutschland, hat sich das Verhältnis weitgehend normalisiert, auch wegen die sehr faire und begeisterte Haltung des ganzen deutschen Volkes – man kann einander jetzt offensichtlich wiedererkennen.).

Auch vier Jahre später in Argentinien wusste Holland zu dem Finale durchzudringen, und stand gerade gegenüber dem Gastgeberland. Auch hier keinen Sieg (2-1).
Aber Argentinien war eine Diktatur. Im voraus wurde in der Niederlande zu einem Boykott aufgerufen, mit viel publizistischem Erfolg. Auch in der BRD wurde eingehend darüber diskutiert (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Fu%C3%9Fball-Weltmeisterschaft_1978).

Viele Jahre später fand für Holland einen Geschehen statt, dass in dieser Hinsicht als ein überraschendes Ergebnis gewürdigt werden kann. Der Kronprinz der Niederlande, Willem-Alexander, hat in 2002 die Argentinierin Máxima Zorreguieta zur Braut erkoren. Ihrer Vater Jorge Zorreguieta war zur Zeit der WM 1978 Mitglied der Militärdiktatur gewesen. Wenn Willem-Alexander bald König sein wird, dürfte Mäxima die Königin der Niederlande genennt werden... Und niemand hier ist unzufrieden damit. (Wenn Sie auch die niederländische Sprache beherrschen, können Sie einiges hier http://www.omroep.nl/ikon/werelden/aflevering_28november.htm nachlesen, und hier http://geschiedenis.vpro.nl/artikelen/39168283/#.)

Ich möchte nur sagen, dass das Ausbreiten unserer Bewusstsein über umstrittene Sachen die Welt wirklich weiter bringen kann, und dass das konkrete Schicksalsweben in der Weltgeschichte mit langen Zeiträumen rechnet.

Herzliche Grüsse,
Michel Gastkemper, Rotterdam

Hermann Finkelsteen hat gesagt…

Lieber Michel Gastkemper,
jetzt bin ich aber erleichtert, dass Sie Ihren Boykott nicht in die Tat umgesetzt haben.
Kurze Korrektur: 2:1 gegen die Deutschen verloren (da bin ich damals rausgerannt auf die Strasse und habe geschrien "Wir sind Weltmeister", nie in meinem Leben hatte ich solch starke Nationalgefühle und das als Mischlingskind hihihi )und dann gegen die Argentier 3:1 ich kann mich erinnern Herbstblätter fielen damals über die Oranjes
nach dem Abpfiff in Argentinien. Es war eine furchtbar trauriges Bild.Und trotzdem bewunderte ich immer diese schlaksige Lässigkeit der Niederländer beim Fussball, habe es tausendmal auf unserem Bolzplatz nachgeahmt, wer hat schon Katsche Schwarzenbeck oder Berti Vogts nachgeahmt? Keiner!
Interessante Geschichte von dem niederländischen Team. Leider spreche ich kein holländisch, aber Mat Gundo beherrscht es nicht schlecht, ich glaube er hat damals in den 70er in Amsterdam bei den Kraakern gelebt und hat die freie Liebe täglich praktiziert, so geht das Gerücht hier in den Redaktionsräumen, also psssst nicht weitersagen.
Wussten Sie , dass Helmut Kohls Tochter mit einem Türken verheiratet ist?
Das ist Schicksalsweben was die Welt zusammenbringt.
Weben wir weiter!
Ein erleichterter und frogemuter Herrmann Finkelsteen

Hermann Finkelsteen hat gesagt…

P.S.
Natürlich meinte ich statt Team Königshaus!
H.F.

Anonym hat gesagt…

Die Verwechselung der Ergebnisse 1974 und 1978 ist meiner Fussball-Dyslexie zuzuschreiben. Ausserdem spielten diese Weltmeisterschaften sich fast während meiner vorherige Inkarnation ab. Meine weitere Werdegang hat mich etwas ausweichen lassen, jetzt stehe ich mehr oder weniger abseits (aber man könnte stundenlang mit Jelle van der Meulen über die Fussballkunst sprechen, er ist einen Liebhaber).

Mat Gundo hat auch noch eine Karriere als Hausbesetzer in Amsterdam hinter sich? Seine Vielseitigkeit lässt mich immer erstaunen. Es ist ein reiches und bewegendes Leben dass er durchgemacht haben muss. Hoffentlich ist es noch nicht zu Ende. Oder ist dies alles die Voraussetzung für die ausserordentliche Stufe die er demnächst erreichen wird?

Von Helmut Kohl weiss ich nur was ich vor einem Jahr bei Herr Gronbach gelesen habe: dass er eine heimliche Herzensverbindung zur Anthropsophischen Gesellschaft pflegt und überraschenderweisse bei der Jahresversammlung 2007 der AAG offentlich aufgetreten ist (http://anthronrw.blogspot.com/2007/04/helmut-kohl-rudolf-steiner-htte-in-der.html). Na ja, Walter Johannes Stein hat auch schon eine Verbinding zu Atatürk gehabt. Warum denn nicht? Aber, was meinen Sie, gehört die Türkei zu Europa?

Herzlich grüsse ich Sie,
Michel Gastkemper

Hermann Finkelsteen hat gesagt…

Lieber Michel Gastkemper,
ja wer im Abseits steht, schiesst keine Tore. Jelle van der Meulen ist ein Fussballfan? Er hat aber noch nichts darüber in seinem Blog verlautbaren lassen.
Mat Gundo, wer kennt ihn wirklich? Ein Merkurhafter Journalist und dass mit den Kraakern sind alles nur Gerüchte, die man sich hinter vorgehaltener Hand so zu tuschelt.
green-Little-River, sein wahrer Name ist hier bei uns ein Tabu...hmmm...ein seltsames Gewächs in der Anthropsfysphere...hmmmm...
den Artikel kenne ich und fand ihn genial, also wenn er den Artikel nicht am 1. April gepostet hätte, wäre ein tolles Gerücht entstanden.
Die Türkei zu Europa? ....Hmmmm...
also Istanbul hätte es verdient mal einen EU-Gipfel auszurichten, ist sie doch die schönste Stadt Europas!
So Herr gastkemper, Zeit für die Sportschau Bundesliga, die ich hoffentlich anschauen kann, obwohl es heute einen gewaltigen Sandsturm hier in Hamasheyk gegeben hat, Stromausfall, versandestes Wasser, dreckige Wäsche beim Nachbar Achmed, hoffentlich funktioniert unser Fernseher..
Ein schönes Wochenende!
Ein herzlich grüssender Herrmann Finkelsteen

Christoph hat gesagt…

Ich bin für einen Boykott, weil ich es für ein wichtiges Signal, eine Geste halte. Natürlich würde ein Boykott - z. B. von Deutschland - die Situation in Tibet oder die Situation von chinesischen Dissidenten nicht sofert verbessern, aber es wäre eine deutliche moralische Unterstützung für Andersdenkende.

Hermann Finkelsteen hat gesagt…

Sehr geehrter Herr Botschafter,
der Dalai Lama hat aber ausdrücklich daraufhingewiesen, dass er keinen Boykott wünscht. Ich denke damit liesse sich dieser tibetanisch-chinesische Karmknoten nicht lösen, weil ein Boykott nur noch die Situation eskalieren lassen würde. Militärisch kann man den Chinesen nicht drohen. Ihre Waren kann man nicht boykottieren, da der Mediamarkt mit seinem GEIZ IST GEIL Kapitalismus für Proletarier bankrott gehen würde. Die könnten Ihre leeren Lagerhallen an DJ Parties vermieten.
Für was gibt es die Diplomatie? Ein Begriff von dem niemand mehr im Westen spricht nur weil sie ein paar Mal versagt hat. Kahn hat nach dem unsäglichen Finale 2002 auch weiterhin Fussball gespielt.
Ein herzlich grüssender Herrmann Finkelsteen