Dezember 28, 2008

Kill or not kill

Liebe Genossinnen und Genossen,
tief gespalten hat sich die Anthropsfyblogheadscene. Wie sehen die zwei Blöcke aus? Wie erkennt man dass dieser Blog dieser Richtung angehört und nicht der anderen? Dazwischen gibt es Mischformen, so wie Kreisel im Verkehr, die nicht anhalten oder verbieten sondern den Verkehr im Fluss halten. Die zwei Lager bestehen aus Krishnaisten und Arjunisten. Die Krishnaisten verlangen Mut, Kampf und Erleuchtung, die Arjunisten hingegen meist Uribier mit schlechtem Englisch sind Zweifler. Arjuna der seinen Pfeil und Bogen verzweifelt zur Seite legt und fragt. Was soll eigentlich dieser Blödsinn? Ich soll meine eigenen Artgenossen umbringen mit denen ich früher am Ganges gespielt habe deren Herzschlag ich gespürt habe deren Lachen mich angesteckt hat u.s.w. ( was sich halt so ein Pazifist für Gedanken macht oder sagen wir jeder Mensch mit Herz machen würde)
Das finden die Hindugötter gar nicht gut und schicken Krishna, einen begnadeten Sprecher, der ihm sagt er solle den Arsch hochkriegen und Kämpfen mit dem Argument manchmal muss man auch das Persönliche dem Überpersönlichen opfern. Jetzt ist Draufhauen angesagt Niederlage und Sieg ist das Gleiche. Ein alter Trick der Erleuchtetenden und Halbgötter oben ist unten , links ist rechts , Mama ist Papa und Tod ist Geburt und überhaupt was suchst Du eigentlich in den Niederungen der Dualität was nichts anderes als eine Illusion ist.
Dieses Gespräch zwischen Krishna und Arjuna ist nur so lang wie ein Wimpernschlag, heisst Bagavadgita und nimmt in dem allumfassenden indischen Epos der Mahabarata nur einen ganz kleinen Teil ein. Bollywood verfilmt Teile daraus, so pompös wie Wagner die Nibelungen und die Gralsgeschichte vertont hat. Der Westen hat sich diesen Ratschlag von Krishna richtiggehend verinnerlicht. Don`t think just act! Oder wie ein Konzern mit dem Namen einer griechischen Göttin sagen würde, der Sportartikel vertreibt. Just do it!
Die Assassinnen die islamischen Selbstmordattentäter funktionieren gleich. In Trainingscamps wurden sie so lange unterrichtet bis sie ihren eigenen Willen völlig verloren hatten und ihre Kraft der feudalistischen Hierarchie ihrer Religion geopfert hatten. Königshäuser aus aller Welt und andere einflussreiche Scheichs gehörten zu den Auftragsgebern. Ein gutes Business. Die Assassinen ( daher kommt auch das englische Wort to assassinate someone), die auf ihre letzte Reise geschickt wurden oder werden, bekamen in früheren Zeiten noch eine gute Dosis Haschisch mit auf den Weg, damit sie bei diesem Himmelfahrtskommandos auch so richtig konzentriert und entspannt waren. Jeder Anthropsfybloghead weiss natürlich, dass es wichtig ist bevor man sich eine Tüte mit Himmelskraut zu Gemüte führt, dass es wichtig ist sich vor dem Kommando richtig zu programmieren, damit es kein Durcheinander gibt. Mich erinnert Krishnas Rede an die eines Politikers, der Krieg braucht um von seinen eigenen Fehlern abzulenken oder an Orlando Bloom , der als guter Ritter von den Ruinen Jerusalems die Bürger zum letzten Kampf aufruft, so intelligent, dass man am liebsten mitkämpfen möchte. Alles Propaganda?
Ist die Anthropsfyblogheadscene in Helden/innen und Genossen/innen gespalten?
Der Held ist ein Genosse. Der Genosse ist ein Held. Rechts ist links und links ist rechts. United we stand in the coming dark ages.
Euer Genosse Herrmann
P.S. Die Bagavadgita ist im unteren You Tube in fünf Minuten zusammengefasst. Die Szene stammt aus Peter Brooks Mahabarata die wie die Mysterienspiele höllisch lang gehen 7 Stunden und so.



Kommentare:

Foersterliesel hat gesagt…

lieber Herrmann,
Dank für Dein Bemühen die Fronten
geistesforschend zu ergründen!
Und Dank für die Kurzfassung! (vielleicht könnten die Uribi Studios auch eine der Mysteriendramen verfilmen? )
Und auf Steiner-Lenin bin ich auch schon sehr gespannt!

Anonym hat gesagt…

Also wenn ich Minister wäre würde ich tausende von Pamela Look Alikes über Afghanistan mit Fallschirmen absetzen und sie auf die Taliban hetzen. Das Problem bei diesen Jungs ist, dass sie keine Frauen finden und das alles nur als Ersatzbefriedigung machen. Das braucht natürlich wirklich mutige Frauen! Viva Arjunista!
Servus Frans Neugebauer

Anak hat gesagt…

lieber frans neugebauer, du hast ja visionen...aber ganz so falsch liegst du wahrscheinlich nicht, nur laesst sich das nicht so einfach erklaeren...
es lebe die revolution und zwar die aus dem herzen. an alle mutigen frauen: aufstehen, wachsen und rein ins licht...
lieber hermann, danke fuer die anregungen betreff der bagavadgita,
ein lesenswerter text. danke!
auf in die naechste runde im neuen jahr!
licht und liebe
anka

Annette hat gesagt…

Liebe Kommentarliste,

alles schön und gut. Aber passiert jetzt auch wirklich was?

Gruß

Anak hat gesagt…

ja klar liebe annette. aber du weisst ja, die revolution aus dem herzen kann nur im herzen des einzelnen geschehen. in deinem herzen, und von da aus kann sie um sich greifen. deine pers. selbstverwirklichung wird dich zum strahlen bringen. dieses strahlen ist fuer andere im aussen sichtbar und uebt eine besondere anziehungskraft aus. durch dein sein kannst du andere aufmerksam machen auf ihre eigene goettlichkeit, und so kann das wachstum um sich greifen. das ist die einzig moegliche friedvolle revolution. sie ist erst eine langsame, das ist wahr und erfordert geduld und evolution der einzelenen seelen ins unendliche, aber dann geht es schnell, denn die einzelnen seelen fuettern das gesamtbewusstsein und jeder andere kann sich dann schneller an das gesamtbewusstsein ankoppeln und transformieren. dann werden die einzelnen lichter zu einem feuer und dann zum flaechenbrand.
aber vergiss nicht, du, ich, wir muessen anfangen. andere werden es nie tun fuer uns.
hab geduld und zweifle nicht!
lili
anka

Anak hat gesagt…

liebe annette,
manchmal frage ich mich ja, wer denn hier nun regie fuehrt...aber hier ein zitat aus info3 (ins netz gesetzt heute morgen):
"Besinnen wir uns doch auf das Beste unserer Wurzeln, schärfen wir damit unsere Sorgfalt, aber legen wir alle Betonung des Besonderen und Einzel-Seienden ab, weil es der Natur des wirklichen Geistes widerspricht. Bei dem heute anstehenden Übergang zu einer modernen menschheitlichen Spiritualität zählt die Sicherheit der Abgrenzung wenig und die Kraft des Zusammenklangs alles. Wir können das Schönste dazu beitragen, das mit unseren Mitteln möglich ist, aber uns gleichzeitig bewusst sein, dass es für etwas gebraucht wird, das jede unserer Vorstellungen übersteigt. Halten wir für möglich, dass selbst das, was uns am besten gelingt, nur ein verschwindender Baustein für die Entwicklung des Ganzen ist. Wir sollen Teil des großen Werkes werden, Augenblicke der Ewigkeit, nicht weniger und nicht mehr."
auf diesen artikel bin ich gerade gestossen waehrend meines rundganges in der blogwelt (siehe sebastian)...
lili
anka

Anonym hat gesagt…

Ja, diese Töne kennen wir schon aus anderen Zusammenhängen, da hieß es: "Du bist nichts, Dein Volk ist alles." oder auch: "Der bourgouase Individualismus wird abgelöst vom neuen, sozialistischen Menschen, der sich den Zielen des Sozialismus unterordnet und für sie kämpft." Und jetzt legen wir wieder "die Betonung des Besonderen und des Einzelseiende ab, weil es der Natur des wirklichen Geistes widerspricht" Auslöschung des Individuellen im Allgeistgewurl.
Alter Wein, neu formuliert, die Kulturen die daraus entstehen, haben wir ja gerade erlebt. Aber wenn dasselbe "geistig" in schönem Wortgeklingel formuliert wird, schon erkennt es niemand mehr. Barbara 1

Anak hat gesagt…

meine liebe barbara, wenn du das wort selbstverwirklichung wirklich ernst nimmst, kommst du irgendwo ganz anders an. und zwar in einer inneren unabhaengigkeit und freiheit in absoluter verantwortung dem ganzen gegenueber.
dann koennen sich die dinge, die gewesen sind, nicht wiederholen.
liebe gruesse
anka

Anonym hat gesagt…

meine liebe Anka, ich finde,
wir brauchen keine "moderne menschheitliche Spiritualität, in der die Kraft des Zusammenklanges und die Sicherheit der Abgrenzung nichts zählt." Und ich bin auch kein "verschwindender Baustein für die Entwicklung des Ganzen" Das kannst Du für Dich und Deine Freunde leben, ich halte mich da lieber an einen unverwechselbare und auch nach dem Tod weiterlebende Individualität. Ich bin halt altmodisch und halte es mit dem Christentum z.B. mit den sieben Ich-Bin-Worten des Johannesevangelium - auch da kannst du nämlich geistige Erfahrungen machen, die sehen aber etwas anders aus als die integralen. Lassen wir es also bei der Differenzierung der Wege.
ein gutes neues jahr, barbara

Annette hat gesagt…

Liebe Anka,
mit dem Strahlen, das dauert noch bis das Realität ist. Guter Wille gerne, immer.
Gruß