März 26, 2011

Bewahren wir das Feuer


In einem Blogpost hat Michael Eggert bei den Egoisten geschrieben, dass er seiner Generation kündige. Auch mir geht es ähnlich, wenn ich in den Spiegel schaue, sehe ich eine kleine aufgeqollene Stefan Mappus Fratze, selbst ich bin dem Dornröschenschlaf nicht entkommen, die uns die Regierenden in den letzten Jahrzehnten zugefügt haben und habe tatenlos zu gesehen wie sich meine Generation in die Esokuschelecke zurückgezogen hat, bei mir ging es sogar soweit, dass ich nach Uribistan auswanderte auch "Ich habe Eisen, Steine, Eiterbeulen fressen müssen, bis ich über meine Eigenheiten halbwegs hinweg kam. Zu wissen: Wenn man nichts ist, ist man ganz präsent." Don Michele, Ich kündige meine Generation 26. März 2006, Blogpost Egoisten. Den ganzen Tag schaue ich mir häppchenweise den Film " The Road" an. Und frage mich immer wieder habe ich noch das Feuer bewahrt. Wir müssen es den Jungen weitergeben noch bevor es bei uns erloschen ist.

Kommentare:

Michael Eggert hat gesagt…

Ich glaube ja, dass wir viel mehr von den Jungen lernen können als umgekehrt. Die Alten sollten fragen, was die nächste Generation mitbringt. Was wir unter dem Strich zu vererben, weiter zu geben haben? Eine bankrotte Weltwirtschaft, ausgebeutete Ressourcen, aufgepäppelte Diktatoren, die wir irgendwann beiseite schaffen, grassierende Drogen- und Waffenindustrien, Reichtum auf Kosten Anderer, eine dekadente Elite mit Audis auf der Überholspur und eine wachsende Schicht von Verlierern, die Unfähigkeit, aus Krisen wie Tschernobyl zu lernen, Wachstumsideologien, die der Realität Hohn sprechen? Nö, die Alten sind fertig.

terra canaillo hat gesagt…

Aufwachen und im innern wieder jung werden, bzw. das, was immer da war, wieder entdecken.

Und: humor bewahren - ich habe so eben eine etwas merkwürdige site von kernkraftbefürworter gefunden. Und ich weiß nicht: echt oder fake? Als einstieg meinen jetz letzten beitrag auf Terra Canaillo:
http://canaillo.blogspot.com/2011/03/in-zeiten-des-super-gaus-wwwkernenergie.html

Gute nacht, Joseph Canaillo

Hermann Finkelsteen hat gesagt…

Lieber Michael!
Klar lernen wir viel von den Jungen und haben wir nicht alle mit Grönemeyer in den Achtzigern mitgegröhlt " Kinder an die Macht" Ich denke die Jugend ist auch frustriert, weil Viele unserer Generation ewig im Jugendwahn hängengeblieben sind und sich beim Inlineskatern das Kreuzband gerissen haben, anstatt dazu stehen, dass man ein Alter erreicht hat, wo es gesünder ist einen Spaziergang am See, im Wald oder am Meer zu machen.
Weisst Du was mir vor ein paar Jahren passiert ist. Eine junge Frau kommt mir entgegen strahlt mit Zuversicht nicht mit Radioaktivität und will dass ich eine Petition was die erneuerbaren Enegien unterstützt unterschreibe. Sie redet so wie ich vor fast 30 Jahren, ein Zorn kommt über mich, weil in den dreissig Jahren alles noch schlimmer geworden ist und ich merke ich habe mich verarschen lassen, diese junge Frau denkt sie kann was verändern, es ist noch nicht zu spät. Sie hat noch nicht begriffen, dass Politik so funktioniert wie Wrestling, alles ist abgekartet. Weisst Du was ich mache? Ich schiebe die junge Dame zur Seite und sage zu ihr " Es ist zu spät! Ich habe auch mal wie Sie gekämpft, aber es nützt nichts." und gehe davon mit einem Gefühl von Scham, Wut und Trauer. Ich versuche mich in meine Esokuschelecke zu verkriechen und lese Info 3 wo ich von Kriegsbefürwortern , Kapitalisten ( dort nennt man es selbstständiges Unternehmertum und in nachhaltige Produkte Anlegen)und wir haben genug von den Klima Schwarz Malern wir wollen Tantra Attitüde überrascht werde. Spätestens da hat sich mein Inneres nach Aussen gekehrt und ein kosmischer Brechreiz hat mich überkommen, ich bin ausgewandert nach Uribistan und habe mein Schicksal in die Hände seiner Heiligkeit Murat Joy Tchundyk gelegt.
Ich bin noch nicht ganz so weit zu sagen. Ich habe fertig aber ich bin schon verdammt nahe dran.
Herrmann

manroe hat gesagt…

Das mit seiner Heiligkeit würde ich mir nochmal überlegen. Wo sind Deine Hände? Lasst uns unsere Hände zeigen. Bekenntnisse kommen zumindest nach einer langen Zeit von merkwürdigem Humor, aber sie kommen zumindest, das freut mich.